Die Stadt gemeinsam ein Stück schöner machen

Vom 6. bis 10. August 2018 entstand am Ludwig-Hirsch-Platz im 2. Bezirk ein großartiges Kunstwerk. Der Spanier Zësar Bahamonte verwandelte dort im Rahmen des Calle Libre – Streetart Festivals, eine Feuermauer in das riesige Wandgemälde „Maestros“. 

Eine graue Feuermauer direkt vor unserem Büro am Ludwig-Hirsch-Platz. Seit vielen Jahren gehe und radle ich daran täglich mehrmals vorbei. Besonders in der kalten Jahreszeit ein trostloser Anblick. Seit vielen Jahren aber auch die Idee und der Wunsch, diese Mauer eines Tages verschönert und bemalt zu sehen.

Und heuer führte plötzlich Eins zum Anderen und durch eine Aneinanderreihung glücklicher Ereignisse wurde die Mauer dann im August durch den spanischen Künstler Zësar Bahamonte  verschönert. Aber kurz zurück zum Anfang. Im April lernte ich bei einem unserer Geh-Cáfes am Praterstern, Thomas Grötschnig vom Streetart Guide Vienna kennen, einen passionierten Streetart-Kenner und Liebhaber der Wiener Szene. Im Gespräch kamen wir nach einiger Zeit auch auf die Mauer vor unserem Büro. Auch ihm lag eine Verschönerung am Herzen. Es folgten ein kurzer Vorort-Termin und ein Plan.

 

Die graue Mauer am Beginn

Am Anfang stand ein Treffen mit Jakob Kattner, dem Organisator des Calle Libre – Streetart Festivals.  Im Gespräch bekundete er sofort sein Interesse, die Feuermauer in das heurige Festival-Programm aufzunehmen. Das Festival werde im August sein und es werden dabei Mauern an zehn verschiedenen Orten in der Stadt von internationalen Künstlerinnen und Künstlern bemalt. Motivert durch die Zusage des Festivals, ging es nun darum, den schwierigsten Teil des Plans umzusetzen – die Zustimmung des Hausbesitzers.

Ich schrieb eine E-Mail an die Hausverwaltung und versuchte darin die Idee und den Plan für die Bemnalung der Feuermauer möglichst verständlich zu erklären. Nach einer Woche erhielt ich dann einen Anruf eines Vertreters der HauseigentümerInnen-Gemeinschaft. Er erzählte mir, dass die Bewohnerinnen und Bewohner die Idee prinzipiell gut finden, es aber noch der Klärung einiger Details bedarf. Dies geschah wenige Tage darauf bei einem Treffen der Gemeinschaft mit dem Festival und uns im Büro der Mobilitätsagentur. Dabei wurden vom Festival bereits ein Künstler und das mögliche Motiv für die Mauer vorgestellt. Außerdem wurden Finanzierung und Zeitplan geklärt. Nach einer kurzen Diskussion zeigten sich die Bewohnerinnen und Bewohner begeistert und es wurde vereinbart, eine Nutzungsvereinbarung für die Mauer aufzusetzen.

Durch diese Zusage konnte die weitere Planung in die Wege geleitet werden. Bescheide wurden eingeholt und die Finanzierung wurde aufgestellt. Dank der professionellen Organisation und der Erfahrung des Festivals, ging das in den kommenden Wochen reibungslos über die Bühne. Durch das immer konkreter werdende Projekt, fand die Bemalung der Mauer plötzlich auch weitere Anhänger. Ich informierte Anrainerinnen und Anrainer darüber und trat mit dem Bezirk in Kontakt. Die Rückmeldungen waren sehr positiv und daher beschlossen wir im Zuge der Bemalung ein kleines Grätzlfest und eine gemeinsame Eröffnung mit den AnwohnerInnen zu organisieren.

Am Montag, den 6. August war es dann soweit. Die Hebebühne und die Farben standen auf dem Platz und Zesar Bahamonte mit seinem Partner Alvaro Tenorio Rey davor. Bereits nach wenigen Stunden hatten sie die 20 Meter hohe Mauer mit weißer Farbe grundiert. Bis zum Abend waren dann auch schon die ersten Umrisse des Endresultats zu erkennen. In den nächsten Tagen wurde das Kunstwerk dann Schritt für Schritt fertig gestellt.  Mit dabei zahlreiche Passantinnen und Passanten, die zusehen konnten, wie das Grätzl Tag für Tag etwas bunter wurde.

 

 

Das Kunstwerk trägt den Namen „Maestros“ und orientiert sich dabei im 100. Gedenkjahr von Klimt und Schiele an „der Frau in Gold“ von Gustav Klimt und einem Selbstportrait von Egon Schiele. An den Stellen, an denen sich beide überschneiden, entsteht im Bild neue Farben. Wo Kunst sich trifft, können neue Dinge entstehen und es kann sich etwas entwickeln. Die Gitarre im Bild soll außerdem an den Musiker Ludwig Hirsch erinnern, nach dem der Platz benannt ist.

Als krönender Abschluss wurde das Kunstwerk dann am 10. August gemeinsam mit den HausbewohnerInnen, der Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger und vielen weiteren Gästen aus der Nachbarschaft eröffnet. Es wurde bis spät am Abend geplaudert, die Nachbarschaft kam zusammen und  viele Anwohnerinnen und Anwohner lernten sich erstmals kennen und konnten mit den Künstlern plaudern.

An dieser Stelle noch ein großer Dank an alle, die dieses Kunstwerk möglich gemacht haben. Gemeinsam haben wir es geschafft und die Stadt ein Stück bunter und schöner gemacht!

 

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